Beschreibung der Art
Habitat/Ökologie (Meinunger & Schröder 2007)
Dieser Artkomplex ist charakterisiert durch synözischen Blütenstand, mindestens teilweise doppelschichtigen Blattsaum, nicht gerötete Laminazellen am Blattgrund, kurze Zilien und um 30 µm große Sporen. Von dem ebenfalls synözischen Bryum purpurascens vor allem zu unterscheiden durch, wenn auch oft undeutliche, schräge Längswände in den Lamellen des Exostoms und andere Zellform an der ...Dieser Artkomplex ist charakterisiert durch synözischen Blütenstand, mindestens teilweise doppelschichtigen Blattsaum, nicht gerötete Laminazellen am Blattgrund, kurze Zilien und um 30 µm große Sporen. Von dem ebenfalls synözischen Bryum purpurascens vor allem zu unterscheiden durch, wenn auch oft undeutliche, schräge Längswände in den Lamellen des Exostoms und andere Zellform an der Kapselmündung, vergl. Nyholm (1993, Fig. 139 und Fig. 138). In den Formenkreis von Bryum arcticum werden heute gestellt (z. B. Koperski et al. 2000): Bryum luridum R. Ruthe: die Art wurde im Flachland dicht außerhalb der Grenze in Polen, 3152/4 in einem sandigen Hohlweg zwischen Gossow und Belgen in Gesellschaft von Bryoerythrophyllum recurvirostrum und benachbart mit Pohlia cruda und Bartramia ithyphylla im Juni 1867 gefunden und beschrieben: Milde (1869); Limpricht (1895); Warnstorf (1906). Belege sahen wir in JE (!), sie entsprechen den Beschreibungen und gehören sicher zu B. arcticum agg. Auf solche Pflanzen ist auch im Gebiet zu achten. Bryum watzmannii H. Winter wird bei Mönkemeyer (1927), Düll (1994) und Koperski et al. (2000) ebenfalls in das Umfeld von B. arcticum gestellt. Wir konnten vier Proben leg. et det. H. Winter aus JE untersuchen. Der Blattgrund war oft, aber nicht immer, rot. Wahrscheinlich handelt es sich um Mischbelege von B. algovicum und B. arcticum. Bryum arcticum wächst auf Kalkböden in alpinen Lagen und ist etwas kleiner als das an der Küste wachsende B. purpurascens. Das verbreitete, ebenfalls synözische B. imbricatum unterscheidet sich durch immer einschichtigen Blattrand und stets auffällig rot gefärbte Laminazellen am Blattgrund neben der Rippe. Kleine bis mittelgroße, schmutziggrüne, stets mehr oder weniger rot überlaufene Art in lockeren Rasen oder Einzelpflanzen an kalkhaltigen, steinigen, offenen Stellen auf Erde und Humus in alpinen Lagen. Genauere Angaben zu Ökologie und Soziologie liegen nicht vor.
Verbreitung (Meinunger & Schröder 2007)
Sichere Nachweise bislang nur aus den Alpen, in die Karte wurden nur von uns geprüfte Herbarbelege aufgenommen: BY: Alpen: 8429/3 Aggenstein, 1880 m, mit Scapania cuspiduligera und Leiocolea alpestris, 13.08.1996 (!!); 8531/4 Zugspitzplatt, an mehreren Stellen zwischen 2300 und 2500 m, 20.08.1996 (!!); 8532/3 am Längfelder Nordhang, über feuchtem Kalkgrus, 1660 m, 10.10.1971, leg. R. Lotto, ...Sichere Nachweise bislang nur aus den Alpen, in die Karte wurden nur von uns geprüfte Herbarbelege aufgenommen: BY: Alpen: 8429/3 Aggenstein, 1880 m, mit Scapania cuspiduligera und Leiocolea alpestris, 13.08.1996 (!!); 8531/4 Zugspitzplatt, an mehreren Stellen zwischen 2300 und 2500 m, 20.08.1996 (!!); 8532/3 am Längfelder Nordhang, über feuchtem Kalkgrus, 1660 m, 10.10.1971, leg. R. Lotto, det. WS; 8336/2 am Wallberg, feuchte Senke, 1500 m, 07.09.1995 (!!); 8337/4 Weg vom Taubenstein zur Rotwand, im Weidegelände mit Bachlauf, 09.09.1995 (!!); 8238/3 Wendelstein Nordseite, 06.09.1995 (!!); 8241/1 Hochfelln, 20.08.1993 (!!). Hierher gehört auch Bryum longaristum Hammerschmid in Familler (1911): 8335/1 am Kirchstein, an schattigfeuchten Abhängen in Nordlage, 1670 bis 1710 m, leg. Hammerschmid, REG, rev. LM: Pflanzen synözisch, Sporen 30–32 µm. – Unsichere Angaben: Sämtliche Literaturangaben wurden nicht übernommen: Familler (1911); Limpricht (1895); Paul & v. Schoenau (1933); Paul (1943). Unter dem Material aus JE gehörte ein Beleg „Allgäuer Alpen, leg. Holler“ zu Bryum imbricatum. Zu B. watzmannii vergleiche oben. Belege zu den übrigen Angaben lagen uns nicht vor, in REG waren keine Belege zu dieser Art vorhanden, doch haben wir das Material in M aus Zeitmangel nicht durchgesehen.
Bestand und Gefährdung (Meinunger & Schröder 2007)
Über Bestandsgrößen ist nichts bekannt, die Art ist sicher weiter verbreitet als angegeben und wahrscheinlich nicht gefährdet.