Habitat/Ökologie (Meinunger & Schröder 2007) In der Benennung dieser Pflanzen folgen wir Zolotov (2000). Früher wurden hierher gehörende Proben, etwa bei Limpricht (1895), unter der Bezeichnung Bryum cirrhatum geführt. Smith (1973) vereinigt sie mit dem viel selteneren B. pallescens, und unter diesem Sammelbegriff wurden sie dann in die neuere Literatur übernommen, so auch bei Koperski et al. (2000) und Nebel & Philippi (2001). Vermutlich handelt es sich um einen hybridogenen Artkomplex, wobei immer B. creberrimum beteiligt ist. Wie bereits dargelegt, zeigen diese Proben stark wechselnde Geschlechtsverhältnisse, die meist hellen bis gelblichen Sporen sind oft schlecht entwickelt und geschrumpft und bewegen sich in Größenbereichen von 12–24 µm.
Verbreitung (Meinunger & Schröder 2007) Das Verbreitungsbild deckt sich mit dem von Bryum creberrimum. Solche Pflanzen sind durch das ganze Gebiet, von der Küste bis in die Alpen verbreitet. Sie wachsen auf mehr oder weniger kalkhaltigen Unterlagen, in Sand- und Kiesgruben, in Felsspalten, alpinen Rasengesellschaften, im Flachland meist auf alten Friedhöfen und in Parkanlagen und selbst ruderal um Baustellen. In die Karte wurden nur von uns geprüfte Belege eingezeichnet, sie ist daher sehr unvollständig. Durch das ganze Gebiet. Tiefster Fundort 1919/2 Meldorfer Hafen, in feuchten Senken, 21.07.1995, WS. Höchste Vorkommen: 8627/1 Fellhorn, Wegböschung, 1900 m, 15.07.1998, leg. M. Preussing, det. (!); 8531/4 Zugspitze, Kalkrasen, 2700 m, 14.08.1999, leg. M. Preussing, det. (!); 8533/4 Westliche Karwendelspitze, Horstseggenrasen, 2300 m, 22.08.2003, leg. W. Braun, det. (!). In den übrigen Gebieten, besonders im Berg- und Hügelland verbreitet. Wir selbst haben die Art an über 100 Stellen gesammelt, dazu kommen zahlreiche von uns untersuchte Herbarbelege. Eine Aufzählung spezieller Funde erscheint nicht erforderlich.