Habitat/Ökologie (Meinunger & Schröder 2007) Lockere, 1–2 cm hohe, weißlichgrüne, im Alter blassrötliche Pflanzen auf neutraler, lockerer Erde in Felsspalten. An halbschattigen bis schattigen, feuchten bis sickerfeuchten, humiden Standorten. Meist an Felsen in engen Tälern und Schluchtwäldern. Begleitmoose sind: Ctenidium molluscum, Tortella tortuosa, Fissidens dubius, Orthothecium intricatum, Pedinophyllum interruptum, in einigen Mittelgebirgen Amphidium mougeotii. Soziologische Angaben in: Philippi (1982); Nebel & Philippi (2001).
Verbreitung (Meinunger & Schröder 2007) Hauptverbreitung in den Alpen, außerdem sehr selten in einigen höheren Mittelgebirgen: NB, ST: Harz: Im Bodetal an wenigen Stellen bis heute, Loeske (1903); (!!); im Westharz vereinzelt auf Diabas, Philippi (1982); 4329/1, M. Preussing (in litt.). Am Harzrand auf Gips am Sachsenstein von Quelle entdeckt, Loeske (1903); Reimers (1940; 1942; 1956). NW: 4616/4 Ramsbecker Wasserfall, altbekannte Fundstelle, mit Orthothecium rufescens, F. Koppe (1977); C. Schmidt (1994). TH: Meinunger (1992). BW: Zusammenfassende Darstellung Nebel & Philippi (2001). BY: Nordbayern: Walther & Molendo (1868); Familler (1911); 6333/2 Gräfenberg, über einem Kalkfelsen, 31.03.1890, im Herbar Zahn, comm. E. Hertel, (UBT !); 6333/2 „Erdbedeckte Dolomitfelsen im Bärenthal bei Egloffstein“, 1897, J. Kaulfuss, (REG !). Südbayern: In den Alpen weit verbreitet, vereinzelt entlang der Flüsse bis ins Vorland herabsteigend. Ältere Angaben: Familler (1911). Von allen neueren Bryologen und von uns an zahlreichen Stellen nachgewiesen.
Bestand und Gefährdung (Meinunger & Schröder 2007) Die Bestände sind immer, auch in den Alpen, recht klein, Sporogone sind heute sehr selten. In den Alpen ungefährdet. Außerhalb der Alpen handelt es sich um eine echte Reliktart, die nur an bryologisch reichen Sonderstandorten vorkommt und niemals Sekundärstandorte besiedelt. Schon Loeske (1903) schreibt: „Ich kann nicht unterlassen, um Schonung der Bestände dieses interessanten Mooses zu bitten“. Die Einschätzung für BW als derzeit nicht gefährdet, Nebel & Philippi (2001), erscheint uns reichlich optimistisch. Alle außeralpinen Vorkommen sollten, soweit noch nicht geschehen, als Schutzgebiete ausgewiesen werden. Bei Zerstörung der Wuchsorte gibt es für die Art keine Ersatzstellen. RL R.